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Beschreibung der Mosuo Minderheit

Mosuo Kultur

Die Kultur der Mosuo hat in den letzten Jahren reichlich Interesse gefunden. Es wurden Bücher geschrieben, Dokumentarfilme gedreht und viele Anthropologen kommen, um sie zu studieren. Trotzdem ist immer noch ein Grossteil der verfügbaren Informationen über die Mosuo bestenfalls irreführend, in einigen Fällen sogar schädigend. Hiddenchina.net GmbH und die Lugu Lake Mosuo Cultural Development Association versuchen, Ihnen auf diesen Seiten akkurate Informationen zur Verfügung zu stellen, damit diese einzigartige und faszinierende Minderheit besser verstanden wird!

Es ist nicht viel bekannt über die Geschichte und Ursprünge der Mosuo Kultur. Die Mosuo haben keine Schriftsprache (aber eines unserer Projekte verfolgt das Ziel, dies zu ändern!), weshalb ihre Geschichte von Generation zu Generation mündlich überliefert wird, meistens durch lokale Priester, die "Daba" genannt werden. Gelegentlich gibt es Hinweise in der geschriebenen chinesischen Geschichte, aber aufgrund der vielen verwendeten Namen im Laufe der Geschichte, ist es oft schwierig oder gar unmöglich zu beweisen, dass diese Hinweise sich definitiv auf die Mosuo beziehen. Deshalb ist viel von dem, was über die Mosuo bekannt ist, ein Flickwerk von "sehr wahrscheinlich richtigen Annahmen".

Natürlich führt dies unweigerlich zu verschiedenen, sich konkurrierenden Theorien, was Sie deutlich erkennen können, wenn Sie anthropologische Schriften über die Mosuo studieren. Einige Leute bezeichnen die Mongolei als Wiege der Mosuo Kultur, andere betrachten sie als Eingeborene der Yunnan/Sichuan Region, so dass es schliesslich schwierig sein kann, diese Theorien zu bestätigen oder anzufechten. Aus diesem Grund konzentriert sich diese Seite hauptsächlich auf die heutige Situation und jene Aspekte der Geschichte, die belegt sind.

Bei den drei Aspekten der Mosuo Kultur, die allgemein das grösste Interesse erregen, handelt es sich um das System, das matriarchalischen Systemen ähnelt, den Brauch der "Besuchsehe", bei der die Frauen ihre Partner jederzeit auswählen oder wechseln können, Paare nicht zusammen leben und auch nicht heiraten, sowie den Zusammenschluss des tibetischen Buddhismus und ihrer eigenen Religion "Daba".

Die Mosuo sind eine chinesische Minderheitengruppe, die hoch im Himalaya-Gebirge der Provinzen Yunnan und Sichuan in der Nähe der Grenze zu Tibet leben. Obwohl sie offiziell der Naxi-Minorität zugeteilt sind, sind sie eigentlich eine ziemlich unterschiedliche Gruppe mit einer anderen Sprache, Kultur, Religion, usw.

Die meisten Leute neigen dazu, die Mosuo mit dem Lugu-See in Verbindung zu bringen, obwohl der Grossteil nicht rund um den See sondern in Kleinstädten und Dörfern in den Bergen lebt. Schätzungen über ihre Bevölkerungszahl unterscheiden sich, aber die Zahl liegt höchst wahrscheinlich um die 40'000.

Die Wirtschaft der Mosuo ist grösstenteils agrarisch, so dass sie in der Lage sind, ziemlich alles, was sie für das tägliche Leben benötigen, selbst zu produzieren. In der Vergangenheit zogen die Männer mit Karawanen in andere Teile Chinas, um Güter zu kaufen oder einzutauschen, die vor Ort nicht hergestellt werden konnten. Im Gegensatz zu einem Grossteil von China, ist das Grundnahrungsmittel die Kartoffel und nicht Reis.

Das durchschnittliche Jahreseinkommen der meisten Mosuo liegt bei ungefähr 120 bis 150 Euro, was auch für chinesische Verhältnisse ziemlich tief ist. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Mosuo verhungern müssten; sie können ihre Grundbedürfnisse selbst gut decken. Es bedeutet allerdings, dass schon kleinere Ausgaben wie für Bildung, Reisen, usw. unglaublich gross sein können.

Im selben Gebiet leben noch mehrere andere Minderheiten wie z.B. die Yi, Naxi und Pumi. Jede hat ihre eigene Kultur, in einigen Fällen fand sogar eine Vermischung dieser Kulturen statt, was die kulturelle Vielfalt der Region nur noch erweitert hat. Aus diesem Grund kann es auch irreführend sein, eine dieser Minoritäten als "so und nicht anders" zu beschreiben.

Matriarchalische/Matrilineale Kultur

Die Mosuo Kultur wird meistens als matriarchalische Kultur dargestellt; in der Tat benutzen auch die Mosuo diese Bezeichnung oft selbst, um den Tourismus anzukurbeln und das Interesse in ihre Kultur zu wecken. Manchmal wird sie auch als matrilineale Gesellschaft beschrieben; aber auch dies entspricht nicht der vollen Wahrheit.

Es ist Tatsache, dass die Mosuo Kultur nicht nach dem traditionellen Schema der Kategorisierung eingeteilt werden kann, obwohl sie Aspekte einer matriarchalischen Kultur besitzen, bei der die Frauen eine Führungsrolle im Familienleben einnehmen, das Eigentum über die weibliche Linie weitergegeben wird und Frauen Geschäftsentscheidungen zu treffen pflegen. Aber die politische Macht bleibt normalerweise in männlicher Hand, was die Mosuo von einer wahren Matriarchie ausschliesst.

Es ist ebenfalls wahr, dass die Mosuo Familien ihre Abstamung durch die weibliche Seite zurückverfolgen, da nicht immer klar ist, wer der Vater eines bestimmten Kindes ist, was es unmöglich macht, die Abstammung durch die männliche Seite zu zurückzuverfolgen. Es besteht allerdings auch der Brauch, dass eine Familie, die keine Frau hat, die die Rolle als Familienmatriarchin einnehmen könnte, eine Frau einer anderen Familie "adoptiert", die dann als Führungsperson einspringt, sollte z.B. die gegenwärtige Matriarchin versterben. Sie und ihre Nachkommen werden in den Familienstammbau aufgenommen.

Eine Anthropologen betrachten die Mosuo als eine Kultur, die nicht so sehr auf die Familienlinie mütterlicherseits, sondern eher auf die Linie des Hauses selbst achten. Die Mosuo leben in grossen Familien mit mehreren Generationen unter einem Dach. Es ist nicht ungewöhnlich, dass "Aussenstehende" in die Familie aufgenommen werden, was seine Gründe darin haben könnte, dass die Ausgeglichenheit der Geschlechter aufrechterhalten wird, eine andere Familie zu klein geworden ist, ein Kind seine Eltern verloren hat, usw. Nachdem eine Person in eine Familie aufgenommen wurde, gilt sie als gleichberechtigter "Teil des Hauses" und teilt die Geschichte und das Erbe dieses Hauses.

Eine wichtige geschichtliche Komponente ist eher unbekannt oder wird ignoriert. In der Vergangenheit lebten die Mosuo in einem feudalen System, bei dem eine kleine "Aristokratie" eine grössere "Bauernbevölkerung" kontrollierte. Diese Mosuo Aristokratie übte ein eher "traditionelleres" patriarchalisches System aus, welches die Ehe förderte (normalerweise innerhalb dieser Aristokratie) und die Männer die Führungsrolle in der Familie innehatten.

Es wurden auch schon Theorien aufgestellt, wonach das "matriarchalische" System der Arbeiterklasse von der Elite erzwungen oder zumindest unterstützt wurde, um einer Bedrohung der eigenen Macht vorbeugen zu können. Da der Führungsanspruch erblich war und über die männliche Seite der Familie weitergegeben wurde, löschte dies mögliche Machtansprüche und Bedrohungen praktisch aus, weil die Arbeiterklasse ihre Abstammung durch die weibliche Seite zurückverfolgten. Aus diesem Grund mangelt es Beschreibungen, in denen die Mosuo als eine Art idealisierte "matriarchalische" Kultur dargestellt werden, wo die Frauen die ganze Macht besitzen und alle viel mehr Freiheit haben, oft an dieser geschichtlichen Komponente. Die Wahrheit ist, dass die Mosuo Arbeiterklasse für weite Teile ihrer Geschichte unterworfen waren und manchmal nicht viel besser als Sklaven behandelt wurden.

Die Wahrheit ist wie in vielen anderen Situationen komplizierter und faszinierender. Man könnte das Argument anbringen, dass der Arbeiterklasse das "matriarchalische" System eigentlich auferlegt wurde, um sie in Dienstbarkeit zu halten. Auf der anderen Seite führte dieses System zu wichtigen kulturellen Unterschieden, von denen andere Kulturen lernen konnten. Mosuo Familien haben ein sehr starkes Zusammengehörigkeitsgefühl und Beständigkeit; und sicherlich stossen Mosuo Frauen (innerhalb ihrer Kultur) auf nicht so viele Schwierigkeiten und Hindernisse wie Frauen anderer Kulturen.

Besuchsehe

Der wohl berühmteste und auch missverstandenste Aspekt der Mosuo Kultur ist der Brauch der "Besuchsehe" (oder "zou hun" auf Chinesisch), welcher so genannt wird, weil die Männer nachts ihre Partner besuchen, morgens aber wieder in ihre eigenen vier Wände zurückkehren.

Die Mosuo leben normalerweise in Grossfamilien mit mehreren Generationen unter einem Dach in einer gemeinsam genutzten Unterkunft ohne private Schlafzimmer. Frauen in einem bestimmten Alter können jedoch ihr eigenes privates Schlafzimmer haben (lesen Sie dazu mehr im Abschnitt "Mündigwerden" weiter unten).

Traditionellerweise lädt eine Frau den Mann, für den sie sich interessiert, zu sich nach Hause ein, um die Nacht mit ihr in ihrem Zimmer zu verbringen. Solche Treffen werden meistens heimlich durchgeführt: der Mann begibt sich erst nach Einbruch der Dunkelheit zum Haus der Frau, verbringt die Nacht dort und kehrt frühmorgens zu seinem Haus zurück.

Während eine Mosuo Frau ihre Partner so oft wechseln kann wie sie möchte - und es nicht erwartet als auch ungewöhnlich wäre, nur einen Sexpartner zu haben - ist der Grossteil dieser Beziehungen doch langfristig und wenige Mosuo Frauen haben mehrere Partner zur gleichen Zeit. Mehrere Anthropologen haben dieses System als "Serien-Monogamie" beschrieben, wobei tatsächlich viele dieser Beziehungen ein Leben lang halten können.

Aber selbst wenn eine Beziehung langfristig sein sollte, wird der Mann nie bei der Familie der Frau wohnen oder umgekehrt. Er wird weiterhin mit seiner Familie wohnen und auch für diese sorgen, wie die Frau es mit ihrer Familie macht. Es gibt keine Teilung von Eigentum.

Eine sehr bedeutsame Tatsache ist auch, dass Väter kaum oder gar keine Verantwortung für ihre Kinder haben; es kann sogar geschehen, dass ein Kind nicht weiss, wer sein Vater ist. Wenn ein Vater sich an der Erziehung seiner Kinder beteiligen möchte, macht er der Familie der Mutter Geschenke und erklärt so seine Absicht, was ihm zwar so etwas wie einen offiziellen Status in der Familie einbringt, aber nicht zu einem Teil der Familie macht. Unbeachtet dessen, ob der Vater sich an der Erziehung beteiligt oder nicht, werden die Kinder in der Familie der Mutter aufgezogen und übernehmen diesen Namen.

Dies bedeutet aber auch nicht, dass die Männer ungeschoren davonkommen und keine Verantwortung für Kinder übernehmen müssen. Ganz im Gegenteil: jeder Mann trägt Verantwortung für die Kinder, die von den Frauen seiner Familie auf die Welt gebracht werden. Somit wachsen Kinder mit vielen "Tanten" und "Onkel" auf, da alle Angehörige einer erweiterten Familie die Pflicht teilen, die Kinder aufzuziehen.

Dieses System ist äusserst stabil, auch wenn es noch so unterschiedlich zu anderen Systemen sein mag. Es gibt keine Scheidungen, keinen Streit um das Sorgerecht für die Kinder, keine Teilung des Eigentums, usw. Stirbt ein Elternteil, kümmert sich die erweiterte Familie um die Nachkommen.

Ein besonders wichtiges Resultat ist auch, dass es auch keine Bevorzugung eines bestimmten Geschlechts gibt. Um ein Beispiel anzuführen: in den meisten Kulturen schliesst sich die Frau nach der Hochzeit der Familie des Mannes an. Wenn ein Paar viele Mädchen zur Welt bringt, "verlieren" sie diese bei der Hochzeit und das Paar hat niemanden, der sich im Alter um es kümmert. Gerade in ärmeren Gebieten führt dies dazu, dass männlicher Nachwuchs bevorzugt wird.

Bei den Mosuo besteht dieses Problem nicht, da weder der männliche noch der weibliche Nachwuchs zu irgendeinem Zeitpunkt die eigene Familie verlässt. Vielmehr konzentrieren sich die Familien darauf, die Ausgeglichenheit bei den Geschlechtern einigermassen aufrechtzuerhalten, um möglichst gleich viele Frauen wie Männer in der Familie zu haben. Sollte dieses Gleichgewicht gestört werden, kommt es nicht selten vor, dass Mosuo Familien Kinder des entsprechenden Geschlechts adoptieren oder Haushalte Knaben und Mädchen "austauschen".

Religion

Die Mosuo üben eigentlich zwei verschiedene Religionen aus. Sie haben ihre eigene Religion namens "Daba", welche seit Tausenden von Jahren ein Teil ihrer Kultur ist und eine Art der Ahnenverehrung darstellt. Sie praktizieren ausserdem den tibetischen Buddhismus, welcher erst in jüngerer Vergangenheit Teil ihrer Kultur wurde aber heute eine viel grössere Rolle im Alltagsleben spielt.

Wenn Sie eine Mosuo Gesellschaft besuchen, werden Sie den Einfluss des tibetischen Buddhismus überall wahrnehmen. Gebetsfahnen hängen von Häusern und Bäumen, die Frauen gehen um die sich drehenden Gebetsmühlen herum, auf den Strassen können tibetische Mönche angetroffen werden, die in Klöstern der Region wohnen, so dass der tibetische Buddhismus als vorherrschende Religion der Mosuo bezeichnet werden muss.

Die Mosuo haben sogar ihren eigenen "lebenden Buddha"; ein Mann, von dem gesagt wird, dass er die Wiedergeburt einer grossen tibetischen Führungsperson sein soll. Er lebt normalerweise in Lijiang, kehrt aber zu den wichtigen spirituellen Feierlichkeiten zum tibetischen Haupttempel in Yongning zurück. Es gibt in vielen Mosuo Familien mindestens einen tibetischen Mönch, und die Anzahl dieser Mönche ist in den letzten Jahr markant angestiegen.

Wenn Sie ein Mosuo Haus besuchen, werden Sie fast immer eine Statue eines buddhistischen Gottes über dem Kochbereich hängen sehen. Oft wird auch ein kleiner Teil von dem, was gerade gekocht wird, der Gottheit als Opfergabe angeboten. Die ganze Mosuo Gemeinschaft nimmt an tibetisch-buddhistischen Festlichkeiten und Feiern teil.

Daba spielt im täglichen Leben der Mosuo eine viel kleinere Rolle; ungefähr so wie in vielen westlichen Haushalten, in denen die Leute an Hochzeiten, Beerdigungen, Taufen, Weihnachten und Ostern in die Kirche gehen. Der Daba Priester (oder Schamane) wird ebenfalls "Daba" genannt und führt hauptsächlich traditionelle Zeremonien an wichtigen Anlässen durch, wie z.B. wenn ein Kind einen Namen erhält oder das Mündigkeitsalter erreicht oder an Feierlichkeiten wie das Frühlingsfest. Die Schamanen werden auch herbeigerufen, um bestimmte Rituale durchzuführen, wenn jemand erkrankt ist.

Beide Religionen sind ein fester Bestandteil der Mosuo Kultur, aber der tibetische Buddhismus spielt eine viel grössere Rolle im Alltagsleben als Daba. Dies bedeutet nicht, dass Daba unwichtig oder gar irrelevant ist, ganz im Gegenteil. Die Daba Religion könnte sozusagen als Aufbewahrungsort der Mosuo Kultur und Geschichte bezeichnet werden, da die Mosuo keine Schriftsprache haben, so dass ihre Geschichte und Traditionen von Generation zu Generation mündlich überliefert werden. Die Daba Priester tragen hauptsächlich die Verantwortung, sich diese Traditionen einzuprägen und für spätere Generationen zu erhalten.

Dies führte hingegen auch zu so etwas wie einer Kulturkrise: gemäss politischer Regulationen in der Vergangenheit war es verboten, das Amt als Daba Schamane auszuüben (diese Regulationen wurden aufgehoben), was zur Folge hat, dass es nur noch wenige Daba Priester gibt und diese bereits ein hohes Alter erreicht haben. Ohne eine schriftliche Überlieferung ihrer mündlichen Geschichten und ohne eine junge Generation an Dabas, welche die Geschichten weitergeben können, besteht die Gefahr, dass die Geschichte der Mosuo für immer verloren geht, wenn diese Männer versterben.

Dies ist einer der Hauptgründe, warum die Lugu Lake Cultural Development Association sich darum kümmert, eine Schriftsprache der Mosuo Sprache zu erschaffen, so dass wir das gewaltige kulturelle Erbe übertragen und für spätere Generationen erhalten können.

Mosuo & Naxi

Die Mosuo sind offiziell als Teil der Naxi Minorität klassifiziert. Dies führt oft zu Missverständnissen, da die beiden Kulturen miteinander vermischt werden.

Die Mosuo unterscheiden sich wesentlich von den Naxi. Sie sprechen verschiedene Sprachen, üben eine unterschiedliche Religion aus und haben eine völlig andere Kultur. Aus geschichtlichen Gründen (zu bestimmten Zeiten wurde der chinesische Ausdruck "Mosuo" benutzt, um verschiedene Minderheitengruppen inklusive der Naxi zu beschreiben) und aufgrund eines Mangels an Wissen über die Mosuo wurden die Mosuo den Naxi zugeteilt.

Mündigwerden

Die Zeremonie beim Erreichen des Mündigkeitsalters - normalerweise im Alter von 12 bis 14 Jahren - ist einer der wichtigsten Anlässe Leben eines Mosuo Kindes. Vor dieser Feier ziehen sich alle Kinder gleich an und sie sind von gewissen Aspekten des Mosuo Lebens ausgeschlossen. Sobald sie aber dieses Alter erreichen, bekommen die Mädchen die typischen Röcke und die Knaben Hosen (aus diesem Grund wird diese Feier bei Mädchen auch "Rock-Zeremonie", bei Jungs "Hosen-Zeremonie" genannt).

Vor Erreichen des Mündigkeitsalters ist es Kindern verboten, an bestimmten Anlässen teilzunehmen, vor allem an religiösen. Ein Kind, das vor diesem Alter stirbt, wird nicht auf traditionelle Weise bestattet.

Nach Erreichen des Mündigkeitsalters können Mosuo Frauen ihre eigenen privaten Schlafzimmer haben und nach der Pubertät damit beginnen, den Brauch der "Besuchsehe" zu praktizieren.

Alltagsleben

Die Mosuo sind hauptsächlich eine agrarwirtschaftliche Kultur, was sich in ihrem täglichen Leben widerspiegelt. Die meiste Arbeit dreht sich um den Anbau von Getreide und Kartoffeln sowie die Aufzucht von Vieh (Yaks, Wasserbüffel, Schafe, Ziegen, Hühner, etc). Ihre Lebensmittelbedürfnisse können die Mosuo zum grossen Teil selbst decken. Fleisch ist ein wichtiger Bestandteil der Ernährung, aber da ihnen keine Kühlschränke zur Verfügung stehen, ist das meiste Fleisch gepökelt oder geräuchert. Die Mosuo sind sogar ziemlich bekannt für ihr konserviertes Schweinefleisch, welches für mehr als 10 Jahre aufbewahrt und bei Bedarf genutzt werden kann.

Die Mosuo leben in einer Art Tauschwirtschaft, in der die Leute Güter mit anderen Personen austauschen anstelle sie zu erkaufen. Da aber auch der Kontakt mit der Aussenwelt immer mehr zunimmt, wird auch der Gebrauch von Geld immer geläufiger. Allerdings ist das Einkommen der Mosuo verhältnismässig ziemlich tief, so dass es in bestimmten Bereichen wie z.B. für Bildung, Reisen, usw. an Geld mangelt.

Die Mosuo haben ihr eigenes alkoholisches Getränk namens "Sulima", eine Art starken Weines, der ziemlich regelmässig getrunken und fast immer Gästen angeboten wird. Auch an wichtigen Festen und Feierlichkeiten darf dieses Getränk nicht fehlen.

Mosuo Häuser bestehen gewöhnlich aus vier rechteckigen Gebäuden im Quadrat mit einem offenen Hof in der Mitte. Tiere und Menschen leben zusammen, wobei die Tiere (Wasserbüffel, Pferde, Gänse, Hühner, usw.) vor allem im Erdgeschoss untergebracht werden. Deshalb ist es überhaupt nicht ungewöhnlich, dass den ganzen Tag Tiere das Haus betreten und verlassen. Im Erdgeschoss befindet sich auch der Hauptkochbereich sowie das Ess- und Wohnzimmer. Im ersten Stockwerk befinden sich vor allem Lagerräume und die privaten Zimmer der Mosuo Frauen (der Rest der Familie schläft in der gemeinsam genutzten Unterkunft).

Elektrizität steht den Mosuo erst seit kurzem zur Verfügung und viele Dörfer haben immer noch keinen Strom. Fliessendes Wasser gibt es nur sehr selten, die meisten Gemeinschaften benutzen lokale Brunnen und Bäche. Deshalb kann ein Aufenthalt in einem Mosuo Dorf auch eine Erfahrung oder Abenteuer sein, auch wenn ganz klar Veränderungen festzustellen sind: nicht selten findet man einen oder zwei Haushalte in einem Dorf, die eine Satelittenschüssel oder einen Fernseher inklusive Karaoke-Gerät  ihr eigen nennen.

Erwartungsgemäss finden zurzeit grosse Veränderungen statt, die einen Einfluss auf die Mosuo Kultur und das Alltagsleben haben. Einige der jungen Mosuo verlassen ihre Heimat, um ihn grösseren Städten Arbeit zu suchen, manche vergessen aufgrund der "modernen" Entwicklung ihre Sprache oder Kultur. Andererseits sind viele Mosuo stolz auf ihre Kultur und üben viele ihrer traditionellen Bräuche aus. Diese Mischung aus Moderne und Tradition ist äusserst interessant zu beobachten und eine Erfahrung, die Sie nicht verpassen sollten!

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